In Moria leben nach den Bränden im Flüchtlingslager tausende Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, auf der Straße. Für die Volkshilfe Perg sind das „Bilder des Elends, die zum Himmel schreien“.

„Diese Situation ist skandalös“, erklären Sabine Schatz als Vorsitzende der Volkshilfe Perg und ihr Stellvertreter Karl Weilig. Sie fordern die Aufnahme einer namhaften Anzahl unbegleiteter Minderjähriger in Österreich. Allein die Volkshilfe Oberösterreich sei in der Lage, sofort 250 unbegleitete Kinder und Jugendliche in bestehende Quartiere aufzunehmen und dort auch zu betreuen. „Wir haben nicht nur Unterkünfte und Zimmer frei, sondern auch die Möglichkeiten, Mittel, Erfahrung und viele hilfsbereite Menschen, um Flüchtlinge aus Moria zu holen“, will Schatz nicht wegschauen, „wenn diese Regierung nicht bereit ist zu handeln“.

Letztes Quartier musste geschlossen werden

„Die Volkshilfe Oberösterreich war 1997 österreichweit eine der ersten Organisationen, die Quartiere für unbegleitete Minderjährige eingerichtet haben. Von den dann insgesamt neun Quartieren für etwa 300 Jugendliche mussten wir nun auch das letzte in der Linzer Raimundstraße schließen“, erklärt Christian Schörkhuber, Geschäftsführer der Volkshilfe Flüchtlings- und Migrantenbetreuung. Für ihn und die Vertreter der Volkshilfe Perg ist das „die Folge der Hardliner-Flüchtlingspolitik der vergangenen Jahre und einfach unerträglich“.

In Griechenlands größtem Flüchtlingslager in Moria auf Lesbos brachen vor rund zwei Wochen mehrere Brände aus. Das Lager war für rund 2800 Menschen ausgelegt, allerdings befanden sich dort mehr als 12.600 Schutzsuchende unter schwierigsten Bedingungen.

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