ZARA-Rassismusreport zeigt Anstieg rassistischer Meldungen mit Corona-Bezug

„Uns stehen verschiedene Parameter zur Verfügung, um Tendenzen in der Entwicklung des Rassismus in Österreich ablesen zu können. Der ZARA-Bericht ist hierbei eine wichtige Säule. In der Zusammenschau der uns zur Verfügung stehenden Daten und Studien wird klar: Rassismus ist in der Gesellschaft tief verankert und befindet sich seit dem Jahr 2015 auf einem Dauerhoch“, sagt die SPÖ-Sprecherin für Erinnerungskultur, Sabine Schatz angesichts der heutigen Präsentation des ZARA-Rassismusreports. Demnach wurden im Jahr 2019 1.950 rassistische Vorfälle bei der Beratungsstelle gemeldet. Die SPÖ-Abgeordnete fragt seit Jahren halbjährlich ergänzend dazu die Zahlen rassistischer, rechtsextremer und antisemitischer Straftaten beim Innenminister ab.

Als erschreckend bezeichnet die SPÖ-Abgeordnete den Anstieg der gemeldeten rassistischen Vorfälle im Zusammenhang mit der Corona-Krise. „93 Vorfälle mit Corona-Bezug sind ein alarmierendes Zeichen. Wir dürfen nicht hinnehmen, wenn die Corona-Krise genutzt wird, um populistische Politik zu betreiben“, sagt Schatz mit Verweis auf die untragbaren Aussagen des Wiener FPÖ-Obmannes Nepp.

Die Studie zeigt, dass der Anteil rassistischer Vorfälle im Internet rasant steigt, im vergangenen Jahr waren dies 1.070 Vorfälle. Ein nationaler Aktionsplan gegen Rassismus muss Antworten auf den digitalen Rassismus liefern. „Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass hinter den Zahlen rassistischer Vorfälle nicht nur TäterInnen stehen, sondern vor allem Betroffene. Es braucht deshalb dringend Maßnahmen und Angebote, die im Rahmen eines NAP gegen Rassismus erstellt werden.“

Schatz pocht darauf, dass nicht nur die Opposition, sondern insbesondere auch die ExpertInnen aus der Sozialen Arbeit, den NGOs und der Wissenschaft in die Erstellung des Aktionsplanes einbezogen werden.

Schatz dankt ZARA

Die Abgeordnete dankt dem Verein Zivilcourage und Antirassismus-Arbeit (ZARA) für seine hervorragende Arbeit im Kampf gegen Rassismus. Es wird auch an der Bundesregierung liegen, ZARA und vergleichbare Anlaufstellen für die wachsenden Herausforderungen auch entsprechend finanziell auszustatten. „Wenn wir sehen, dass die Fallzahl jährlich steigt, müssen wir auch von einem höheren Arbeitsaufwand ausgehen, den wir als Republik auch anerkennen und entlohnen müssen. Nur so stellen wir die wichtige Arbeit dieser Dokumentationsstellen sicher“, so Schatz abschließend.

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