Am 22. September durfte ich im Restaurant Venezia in Schwertberg im Service mitarbeiten. Was auf den ersten Blick leicht erscheint, ist das oft gar nicht. Vor allem, wenns dann darum geht, mehrere Getränke oder Speisen gleichzeitig an einen Tisch zu bringen – ohne etwas zu verschütten oder zu zerschlagen. Ich durfte kurz in den Beruf hineinschnuppern, und habe glücklicherweise einen Betrieb erwischt, wo das Arbeitsverhältnis gut passt und das Mitarbeiten hat mir viel Spaß gemacht, auch wenn ich unter ständiger Beobachtung der Gäste gestanden bin ;-).

Aber gerade in der Gastronomie sind wir mit schwierigen Arbeitsbedingungen konfrontiert, viele Wirte beklagen, sie finden kein Personal. Das liegt mit Sicherheit auch an der schlechten Bezahlung. Der unterste Kollektivvertragslohn liegt noch immer unter 1.500 Euro brutto für 40 Stunden Vollzeit. Zudem sind auch die Arbeitszeiten nicht unbedingt familien- oder freizeitfreundlich, oft schwankt die wöchentliche Arbeitszeit und die MitarbeiterInnen stehen quasi auf Abruf bereit. Es gibt immer wieder Stoßzeiten, wo die KollegInnen im Service großem Streß ausgesetzt sind, aber auch Stehzeiten. Flexible Arbeitszeiten, die vom Arbeitgeber verfügt werden, tragen auch zu Erschöpfung und Unzufriedenheit bei.

Deswegen ist ein unterster Mindestlohn von 1.500 Euro brutto für Vollzeitbeschäftigung für mich ein wichtiger Forderungspunkt, für den ich mich einsetze. Was flexible Arbeitszeiten betrifft, darf das keine Einbahnstraße sein, sondern muss im Interesse des Unternehmens und der MitarbeiterInnen gleichzeitig ausgehandelt werden.

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